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Frequently Asked Questions - häufig gestellte Fragen

  • Was ist HIV/Aids?

    Aids ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch das sogenannte human immunodeficiency virus (HI-Virus, HIV) verursacht wird. Das HI-Virus schädigt oder zerstört bestimmte Zellen des Immunsystems, sodass die körpereigene Abwehr Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr effektiv bekämpfen kann. Der Körper wird daher anfälliger für Infektionen, mit denen er normalerweise problemlos fertig würde.

    Virus und Infektion werden HIV genannt. Der Begriff Aids (acquired immunodeficiency syndrome = Krankheitsbild der erworbenen Abwehrschwäche) bezeichnet ein spätes Stadium der HIV-Infektion.

  • Wie wird das Virus übertragen, und wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
    HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Das Virus ist sehr empfindlich und außerhalb des menschlichen Körpers unter Alltagsbedingungen nicht lebensfähig. Die üblichen Hygienemaßnahmen im Haushalt und im Krankenhaus reichen aus, um das Virus unschädlich zu machen.

    HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute gelangt. Blut - auch Menstruationsblut - und Sperma enthalten das Virus in hoher Konzentration. Schützen können Sie sich demzufolge durch das konsequente Befolgen der Safer-Sex-Regeln, das heißt, indem Sie Kondome benutzen und Risiko-Praktiken vermeiden, vor allem unter Drogen- oder Alkoholeinfluss.
  • Was tun, wenn ein Kondom geplatzt ist?

    Ein Kondom bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn ein Kondom reißt, heißt es zunächst Ruhe bewahren, denn ob tatsächlich das Risiko für eine HIV-Infektion besteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Nehmen Sie bitte in jedem Fall umgehend Kontakt mit einer HIV-Schwerpunkt-Praxis auf, in der man Ihnen weiterhelfen wird. Adressen und Telefonnummern erhalten Sie in unserer Apotheke oder bei den lokalen Aids-Hilfen. In Notfällen ist die Anlaufstelle in Berlin das Auguste-Viktoria-Klinikum, Rubensstraße 125, 12157 Berlin, Tel.: 030-79 03-0. Hier finden Sie zu jeder Zeit einen Ansprechpartner.
  • Was ist PEP?
    PEP steht für postexpositionelle Prophylaxe und bezeichnet eine Kombination aus drei antiretroviral wirkenden Substanzen. Sie wird unmittelbar im Anschluss an einen Risikokontakt eingenommen, um die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion zu minimieren. Der Zeitraum der Einnahme umfasst in der Regel vier Wochen, bevor im Anschluss mittels entsprechender Testverfahren eine Infektion ausgeschlossen bzw. bestätigt wird.

    Wichtig ist, dass die Einahme der PEP zeitnah beginnt. Die besten Aussichten, eine Infektion zu verhindern, bestehen innerhalb der ersten 24 Stunden nach Exposition, optimalerweise aber innerhalb der ersten beiden Stunden. Nach 72 Stunden wird eine medikamentöse Prophylaxe als nicht mehr sinnvoll angesehen.
  • Wo kann ich einen HIV-Test machen lassen?

    Prinzipiell können Sie sich bei jedem Hausarzt auf eine HIV-Infektion testen lassen, denn alle Ärzte sind berechtigt, solche Tests durchzuführen. Die Kosten hierfür werden bei entsprechender Indikationsstellung, also wenn typische Symptome oder ein hinreichender Verdacht auf eine Infektion vorliegen, von Ihrer Krankenversicherung getragen.

    In einigen Praxen wird der Test auf Wunsch auch anonym durchgeführt - hier wird jedoch meist eine Gebühr fällig, die Sie im Vorfeld erfragen sollten. Anonym testen lassen können Sie sich in Berlin z. B. im Tropeninstitut, Spandauer Damm 130, 14050 Berlin, Tel.: 301 16-6 (gegen Gebühr) oder in den verschiedenen Gesundheitsämtern (kostenlos).
  • Muss ich sofort Medikamente nehmen, wenn ich von der Infektion erfahren habe?
    Drei Kriterien entscheiden darüber, ob und wann mit einer medikamentösen Therapie begonnen werden sollte. Das sind sowohl die Blutparameter Viruslast und Helferzellzahl als auch das klinische Erscheinungsbild Ihrer Infektion. Allgemein kann gesagt werden, dass ein Therapiebeginn sinnvoll ist, je niedriger die Helferzellzahl und je höher die Viruslast ist. Wann dieser Punkt erreicht ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
  • Welche Nebenwirkungen haben die Medikamente?
    Wie bei allen wirksamen Medikamenten kann es auch bei jenen, die gegen eine HIV-Infektion eingesetzt werden, unerwünschte Wirkungen geben. Diese unterscheiden sich je nachdem, welche Kombination von Präparaten Ihr behandelnder Arzt zusammen mit Ihnen ausgewählt hat. Sie können von Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit über Kopfschmerzen oder Anämien bis hin zu Leberstörungen und Albträumen reichen.

    In vielen Fällen sind diese Beschwerden selbstlimitierend, d. h., sie lassen nach einigen Tagen oder Wochen nach oder verschwinden ganz. Halten sie allerdings mit gleicher Intensität an und fühlen Sie sich in Ihrer Lebensqualität zu sehr beeinträchtigt, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt: Er wird Ihnen bei der adäquaten Behandlung eventueller Nebenwirkungen helfen oder ggf. Ihre Therapie umstellen. Nur wenn Sie sich mit Ihrer Kombination wohlfühlen, ist mit einem langfristigen Erfolg der Therapie zu rechnen, denn starke Nebenwirkungen sind ein schlechter Wegbegleiter für die Behandlung einer HIV-Infektion.
  • An wen kann ich mich wenden, wenn ich von der Infektion erfahren habe?
    Ein positives HIV-Testergebnis kann ein ganzes Leben verändern und wirft viele Fragen auf, die es zu klären gilt. Rat und Unterstützung finden Sie in den lokalen Aids-Hilfen. Hier wird man Ihnen auch weitere Personen und Institutionen nennen können, die Ihnen bei Ihren persönlichen Belangen weiterhelfen - von der Wahl des Arztes über psychologische Betreuung bis hin zu Sport- und Freizeitangeboten.
  • Muss ich die Medikamente durchgehend nehmen, oder kann ich mal eine Pause machen?

    Neuesten Studienergebnissen zufolge ist die Gefahr einer Entwicklung von Resistenzen und somit eines Therapieversagens bei Therapiepausen zu hoch.
    Verschiedene Substanzen halten sich unterschiedlich lange in Ihrem Körper auf. Dies kann dazu führen, dass bei gleichzeitigem Abbrechen der Einnahme Ihrer Präparate ein oder mehrere Wirkstoffe in geringer Konzentration länger in Ihrem Organismus verweilen. Man spricht in diesem Fall von subtherapeutischen Konzentrationen, die dem Virus erlauben, Resistenzen zu entwickeln. Wenn Resistenzen erst entstanden sind, dürfen die betreffenden Substanzen bei erneutem Therapiebeginn nicht wieder eingesetzt werden.

    Sollten Sie dennoch den Wunsch haben, Ihre Behandlung zu unterbrechen, treffen Sie diese Entscheidung nie eigenmächtig. Jede Veränderung in Ihrem Therapieschema ist unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt abzuklären. Er wird gemeinsam mit Ihnen die Einzelheiten besprechen.

  • Wie schlimm ist es, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
    Prinzipiell ist es gerade bei der Behandlung einer HIV-Infektion sehr wichtig, die verordneten Medikamente konsequent und zu den richtigen Zeiten einzunehmen. Wissenschaftlichen Studien zufolge müssen für einen langfristigen Therapieerfolg mindestens 95 % der Tabletten korrekt eingenommen werden.

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